Bensheim 1 wird Vierter in der Verbandsliga Süd, trotz Abstiegsgefahr bis zum letzten Spieltag

Klasse gehalten hat sich das Team auch optisch. Deswegen nutzen wir das einfach das Foto der letzten Saison:
vlnr: Phil Thomsen, Herbert Kargoll, Tobias Wenner, Werner Riebel, Michael Uhl, Gerhard Bosbach, Frederic Kaiser, Harald Stelzer
Zu Beginn der Saison sagte Mannschafts-Turnierleiter und Liga-Orakel Bernd Goeke: "Die erste Mannschaft redet zwar schon seit Jahren vom (Wieder)aufstieg, war aber selten wirklich in Gefahr, dass auch zu tun. Das wird wohl auch diese Saison so bleiben, ich sehe da keine Gefahr dass noch oben oder unten etwas passiert." Er sollte recht behalten: Über die Klasse der einzelnen Partien kann recht viel diskutiert werden, aber die Klasse wurde dennoch gehalten.
Mit dem zweithöchsten DWZ-Schnitt der Liga und Einsatz von Coach GM Ilja Zaragatski waren die Ambitionen tatsächlich sehr hoch. Folglich konnten wir sehr tief fallen, das gelang auch blitzschnell. Zu Beginn gab es ein Unentschieden gefolgt von drei knappen Niederlagen. Damit waren wir tatsächlich Letzter und nicht mehr aufstiegsgefährdet. Uff.
Die Reaktionen reichten von Erklärungsansätzen "Ein schlechter Zug kann 40 gute zunichte machen"-Wenner über Pseudo-Philosophisches "Wer schlecht spielt, verliert manchmal"-Kaiser bis hin zu radikalen Vorsätzen "Nie wieder Schach, nie wieder Alkohol"-Riebel.
Zaragatski versuchte es mit guten Worten statt unbeachteten Eröffnungstipps: "Acht Freunde sollt ihr sein (oder so ähnlich) hat ein berühmter Schachtrainer (oder so ähnlich) mal gesagt, und nach meiner Erfahrung stimmt das auch." Die Ansprache zeigte tatsächlich Wirkung, gegen Hofheim 3 und Flörsheim folgten deutliche Siege.
Konsequenterweise wurden alle Sorgen wieder von Bord geworfen. Die nächsten beiden Kämpfe gegen Schierstein und Gernsheim waren demnach hart umkämpft, mit unklarem Ausgang bis zur letzten Partie. Jeweils 4:4. Mannschaftsführer Thomsen wollte vor der Saison noch einen Blitzentscheid um die Aufstellung haben und gab sich wehklagend: "Die Zeit war zu schnell vorbei, sowohl meine Einsatzzeit am ersten Brett, als auch meine Bedenkzeit in der achten Runde...". Vor dem letzten Match gegen Hattersheim gab es noch minimale Abstiegschancen, diese wurden beim kürzesten Saisonspiel schnell zerstreut. Kargoll gewann die vorletzte Partie des Tages: "Heute hatte sogar ich keine Zeitnot."
9 aus 9 klingt klasse, 9 Mannschaftspunkte aus 9 Spielen nur noch halb so gut. Naja. Mit 39 Brettpunkten dazu sind wir Vierter. Wenner und Uhl mit 4,5/7 ohne Niederlage, Kaiser mit 4 Gewinnpartien, mehr Ergebnisse hier.
Nachtrag: Vereinspräsident Warnk ist zwar bei seinen eigenen (Turmend-)Spielen und der zweiten Mannschaft der geborene Optimist, malte bei uns aber die größten Abstiegsteufel an die Wand. Nach eigenem Aufstieg in die Landesklasse nun die Kampfansage: "Die Zweite jagt die Erste." Mal sehen was wird.
